Singapore-gut-Schluss
Unter
diesem Titel sind am 26.9.2001 Walter Stamm, Max Simmen, Stefan
Leuenberger inklusive Tasche, Willy Arber mit Hockeytasche und Schnur,
leider nicht Irena, die Frau von Willy die ihm den besten Platz beim
Hinflug organisiert hat, Retus „s’chunnt scho guet“ Gieriet, Thomas
Businger mit Rucksack (wahrscheinlich voll mit Cigaretten), Bruno
Schurter,ein grosser und ein kleiner gelber
Koffer, Peter Marbach ist schon vor Ort und Walter Marthaler kommt
morgen mit Beeri (ich han uff alles en Antwort), einzig Gerd wird
irgendwie, irgendwo, irgendwann auftauchen.
Frohgemut
starten wir Richtung Singapore mit der Emergency Card(verschweisst, alle
wichtigen Telefonnummern, Spiele mit Anspielzeiten und Hoteladressen), so
dass eigentlich nichts passieren kann. Leider reicht auch das nicht wie
wir sehen werden. Pünktlich fliegen wir mit halbstündiger Verspätung
Richtung Pepper Crabs.
Wir
checken im Carlton Hotel ein, unmittelbar neben der Long-Bar was Vor- und
Nachteile hat. Der Torkelweg beträgt Luftlinie ca. 50 Meter. Traditionell
kleiden wir uns in Wegwerfhemden am ersten Abend um die spritzigen Pepper
Crabs zu verzehren. Enttäuscht
müssen wir feststellen, dass wir keine Spritzer davongetragen haben und
bestellen zur Strafe Whisky und gewinnen ein Geschenk für Pat unseren
Singapore Tiger. Befördert werden wir die ersten zwei Tage von Rai, der
einen Mercedes-Van mit DVD-Video Animation hat. Er ist auch immer spätabends
mit seiner Freundin an der Hotelbar. Die Freundin steht auf warmen
Champagner, so dass wir bestelltechnisch ins Rudern kommen, aber wie immer
schaffen wir als Flying Hoppers auch das. Einzig Retus hätte den
Champagner lieber um acht abends gehabt was wir in den folgenden Tagen berücksichtigen
werden.
Fast
hätte ich die Bar Nr. 5 vergessen, die uns mit einer Beach-Party schon in
Gedanken an die BBC-Tour denken lässt. Willy
bekommt um Mitternacht noch ein Exklusivunterricht im Billard von
Bruno(wie verliere ich ganz sicher und schnell). Fast alle kommen zum
verdienten ersten Schlaf.
Am
darauffolgenden Morgen machen sich die ersten Zimmerwechsel bemerkbar auf
Grund ausgeleerter Mageninhalte und tödlichem Schnarchen. Unser Frühstück
nehmen wir im Délifrance ein, die einen um zehn die anderen um halb
zwei(Max und Stefan haben ein Spiel gespielt im Zimmer das folgendermassen
lautet: ich bewege mich als Zweiter). Am
Nachmittag geht die Gruppe geschlossen bis auf Bruno(Onassis-Callas
Biographie muss fertiggelesen werden in Singapore) der sich am Pool suhlt
und mit den Gin Tonic’s kämpft auf die sagenumwobene Driving Range die
erst abends um sieben öffnet. Hauptsache wir waren dort. Ebenfalls haben
wir heute die Beatles CD gekauft mit dem Marthalersong: when i’m
sixty-four.
Um
sechs wird’s förmlich, Bruno als Team Manager und Stefan als Captain können
schon früher ein Bier trinken beim
offiziellen Empfang. Wir melden 2 Ärzte (tagsüber Willy, ab Mitternacht
Bruno) als medizinische Betreuer an. Beim Nachtessen mit Roli und Mieko (i
like big bottles of risewine) trifft das Unmögliche ein und Gerd trifft
ein, was allerdings seine Sklaven in unserem separierten Raum zu suchen
haben wird für alle und immer ein Rätsel bleiben. Traditionell
schliessen wir den Abend mit braunem Hochprozentigem.
Am
nächstem Morgen steigen wir ins erste Spiel
und gewinnen prompt,
leider war der Gegner nicht anwesend (4:0 gegen Pa Ma Dei). Wir zauberten
kurz einen Gegner auf den Platz um die Läggerli und Schuhsäcke, Brotsäcke,
Kappen oder Brechbeutel als Gastgeschenke loszuwerden. Den
zweiten Match gewannen wir ebenfalls dank den Backhand Toren von Bruno
(2:1 gegen Singapore Indian Association). Stolpertechnisch
war Gerd der Führende, da er nach jedem mühsam erkämpften Ball sich
selber im Weg war. Völlig euphorisch steigen wir ins dritte Spiel und
kommen so langsam auf den Boden zurück zumal wir zu spät auf dem Platz
sind (0:4), der Spielplan wurde forciert um dem Regen präventiv
vorzubeugen, und grauenhaft schlecht spielen. Bitte sprechen Sie einen
Flying Hoppers nie auf die letzten zwei Spiele gegen eine indische
Olympiaauswahl (0:6) und Kilat (0:4) an ausser bei suizidalen Gedanken.
Wir wurden vorgeführt und bestaunten grazile,
grosse Inder beim gepflegten Rasenhockey mit angezogener Handbremse
gegen Hockeynasenbären aus Zürich,
da helfen auch Schuhsäcke nichts...
Zwischenzeitlich
erreichten wir ein Remis gegen den International Sports Club of Indonesia.
Abends steht der offizielle Klubabend an, nach den Niederlagen genau das
richtige.
Unser
Hoffotograph Stefan schafft 72 Bilder am Abend. Wir sehen wie zunehmend
die anderen Mannschaften ihr Pulver verschiessen und schicken einzelne
Vertreter (Wulleknäuel Max und Stefan, jawohl Shoko Stefan) auf die
Tanzfläche. Traditionell erlöst Bruno gegen Mitternacht den DJ und
spielt seine Musik um das Fest zu retten. Unserem Freund Surjit und seiner
Frau übergeben wir unser Gastgeschenk (T-Shirt mit Fotos von Surjit in
der Schweiz) und Blumen. Spektakulär wie Bruno zehn Uhr abends mit einer
Rischka im vollen Gegenverkehr auf einer vierspurigen Autobahn sein Leben
riskiert in Klein-Indien von Singapore( pride is forever). Gemütlich
schlendern wir nach Hause und Retus macht sich parat für eine
anstrengende Nacht mit Bruno( d.h.: TV und Radio gleichzeitig, im Zimmer
rumzappeln, sich mit Hockeymontur inkl. Schuhe ins Bett legen und auf den
Anpfiff warten..)
Am
Sonntag wird’s so richtig heiss und wir verlieren sang- und klanglos
gegen die Dolphins(1:6). Retus
überlegt sich nochmals ob sein Geburtsjahr wirklich stimmt (vor oder nach
Christus) oder ob seine Synapsen nicht mehr richtig funktionieren, Fazit:
wir sind zu alt und zu schlecht für dieses Turnier. Einzig
im Jetons kaufen für die Getränke sind wir sackstark. Wir
duschen und regenerieren uns um den Final zu sehen und vom Hockey zu träumen..
Mittlerweile
verdichtet sich der Konkurs der Swissair und die Bereitschaft der Amis die
Turban- und Bartträger zu bekriegen, Max behält seinen Bart, Schluss.
Wir
wetzen unsere Kreditkarten und sind dank Willy asiatische Hochzeitkästen
Experten. Busi
muss sämtliche Einkäufe von Bruno tragen was ihn körperlich ermattet,
Peter schlürft unentwegt scharfe Nudelsuppen. Einzig Retus isst
eigentlich kontinuierlich während den 4 Tagen( weisch was das choscht in
züri, chumm schnäll eimal charte im Slalom dure).
Am
Abreisetag ist Optimismus gefragt und Walti Stamm entschliesst sich den
Singaporeableger seiner Haupttätigkeit zu besuchen. Wir versuchen vor dem
Abflug noch Karten zu schreiben an unsere Daheimgebliebenen, was auch
gelingt bis auf die Ruckli Karte, weil Bruno effektiv Ruckli statt
Ruckstuhl schreibt, schade Ruckli aber schön wär’s gewesen.
So
jetzt aber los wir müssen auf den Flughafen und Retus/Stefan und Bruno
entschliessen sich wenn schon der letzte Flug mit Swissair, dann Bisnäss.
Nobel soll die Welt zu Grunde gehen. Die
ganze Reiserei verlief glimpflich bis zum Parkhausautomat der nicht
funktioniert und Bruno der sich bei der Ankunft die Parketage nicht merken
konnte, also wird das Parkhaus durchgekämmt und siehe da man wird fündig.
Jetzt
heisst’s langsam an die Arbeit zu denken und Singapore ist schon weit
weg.
Singapore
–gut-SchlussBruno
Schurter |