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Freitag
morgen, 6:00h, Flughafen Zürich: ein paar müde Gestalten treffen sich am
Check-in-Schalter. Start zu einer neuen Flying Hoppers-Reise mit Ziel
London. Die Halle des Flughafens ist brechend voll, die Abflugzeit rückt
näher und näher, nur der Mann mit den Tickets fehlt noch. Aber Willys
sprichwörtliche Ruhe spielt natürlich auch in solchen Situationen und so
wird auch die leicht hektische Eincheck-Phase schliesslich und endlich
noch erfolgreich abgeschlossen. Nach sicherem Flug, erfolgreicher
Ueberwindung sämtlicher Einreise-Formalitäten und –Schaltern folgt die
nächste Herausforderung: wie bringt man 10 Personen mit 4 verschiedenen
Tagesprogrammen (London Shopping, London Sightseeing, London Business und
Manchester Hockey-EM) geordnet vom Flugplatz weg (leichte Schwierigkeiten
wie z.B. die Aussage eines unserer Youngsters: "Keine Ahnung, was für
mich geplant wurde und wo ich jetzt hingehe" eingerechnet)? Nun,
irgendwie muss es doch noch geklappt haben, der Beweis dazu folgte am
Abend im Hotel in Form einer von verschiedensten Anreiserouten und –zeiten
zusammengewürfelten aber trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb? –
einig versammelten Runde um die Hotelbar. Flying Hoppers-mässig halt.
"WASABI"
brüllte es sodann am Samstag morgen gänzlich unerwartet durch den Frühstückraum
des Hotels. FH-Kenner wissen, was das bedeutet: Walter "mir ist kein
Weg zu weit" Marthaler beehrt uns mit einem Besuch, der wohl als der
kürzeste Flying Hoppers-Ausland-Einsatz in die Annalen eingehen wird
(nach dem Spiel ward er nämlich bereits nicht mehr gesehen). Als dann bei
Ankunft auf dem Platz auch noch der berühmte gelbe Koffer aus der Basler
Agglo gesichtet wurde (daneben zu erkennen: Brunos entblösste und markant
braun gebrannte Brust, doch dazu später noch mehr), war der Mist
eigentlich schon vor dem Spiel gegen Keiths Heimclub aus Richmond bereits
geführt. Der 7:3-Sieg war niemals gefährdet und wurde mit einem
geschichtsträchtigen Jumbo-Hattrick eindrücklich gekrönt. Eine grosse
Leistung, welche die Besucher der Hockey-EM in Manchester sich ein paar
Tage zurückversetzt fühlen liess. Déja vu, sozusagen.
Angesichts
der doch eher ungewöhnlich heissen Temperaturen – die 30 Grad-Grenze
wurde gekratzt – entschloss sich ein Teil der Spieler anschliessend an
das vom Heimclub offerierte Buffet überraschenderweise für eine weitere
Aufnahme von Flüssigkeit in einem Pub direkt an der Themse (natürlich
gab's daneben auch einige Shoppers und die Sightseeing-Freaks kamen mit
einer Flussfahrt ebenfalls auf ihre Kosten). Die gemütliche Runde wurde
eigentlich nur einmal kurz unterbrochen: Brunos salopper Umgang mit seinem
T-Shirt wurde vom Barman überhaupt nicht geschätzt, ca. 7.5 Sekunden
nachdem die Brust entblösst ein Sonnenbad genoss (der geneigte Leser
erinnert sich), stand der Herr über die Zapfsäulen hinter uns und drückte
seinen Unmut aus: "Would you please put on your shirt again.
Immediately". Der UK-Reisende merke sich also: mit 4 Promille im Pub
rumgrölen und –pöbeln = OK, exhibitionistische Einlagen = NO, Sir!
Nun, gut getränkt mit Bier und vor allem mit einem – wie uns Keith
glaubwürdig erklärte – absoluten In-Getränk namens "Pimms"
ging's dann zum Treffpunkt Covent Garden. Eine gute Idee, die von ca.
30'000 anderen London-Besuchern ebenfalls geteilt wurde. Es war eng, es
war heiss und es gab … Pimms. Die Auswirkungen von ausgiebigem
Pimms-Genuss sind noch nicht restlos geklärt, aber aus eigener Erfahrung
kann gesagt werden: neben einem nur leichten Schleier im Gehirn hinterlässt
es vor allem auch einen stetigen Druck in der Blasengegend. Zur
Abwechslung gab's dann also etwas zu essen, und dies nicht zu knapp. Ob
die Reservation nicht ganz akkurat war oder ob es eher an den chinesischen
Masseinheiten gelegen hat, ist nicht relevant, das Resultat davon war: 2
Tische für je 10 Personen, der eine nach den Regeln, der andere leicht überfüllt
mit 15 hungrigen Hoppers und zugedeckt mit Portionen, die locker für ein
kleines Gallier-Dorf nach einem harten Kampf gegen Cäsars Untertanen
gereicht hätten. Das anschliessende Völlegefühl kann wohl auch dafür
verantwortlich gemacht werden, dass sich die Gruppe nach dem Essen leicht
verzettelt und irgendwie unentschlossen in verschiedene Richtungen
davonmachte. Einzelne Zusammenschlüsse fielen zudem dem normalen, Züri-Fäscht-ähnlichen
Gedränge in Soho und um den Leicester Square zum Opfer. Die
unterschiedlichen Wege zurück bleiben hier somit unzitiert, dass es aber
zum Abschluss des Abends doch wieder zu ein paar gemeinsamen Drinks an der
bereits bekannten Hotelbar gereicht hat, sei an dieser Stelle doch positiv
erwähnt.
Der
Sonntag brachte zu Beginn den Beweis, dass Londoner Taxis auch 5 Gäste
inkl. Goalieausrüstung und sonstigem Gepäck transportieren können, auch
wenn die Stossdämpfer mit längerer Dauer der Fahrt immer interessantere
Geräusche von sich gaben und die Hüpfer über die
Verkehrsberuhigungs-Schwellen immer härter wurden. Nun, nach ein paar
Extrarunden sind wir im schönen Piccadilly-Stadtpark angekommen, voll
motiviert und auch heute wieder mit 15 (vorerst noch) verletzungsfreien
Spielern. Die Gegner des "Hampstead
and Westminster HC"
trudelten ebenfalls langsam ein, wobei bei Ihnen
nach 8 Spielern Ende war. Mit dem Selbstvertrauen des gestrigen Sieges im
Rücken wurden selbstverständlich ein Goalie und Bruno als Verstärkung
an die Gegenseite abgegeben. Ethisch-sportlich gesehen sicher ein
richtiger Entscheid, resultatmässig dann allerdings ein bisschen weniger,
wie sich bald herausstellen sollte. Während die Vets vom Vortag in der
Altersklasse der "fortgeschrittenen Senioren" zu kategorisieren
waren, bekamen wir es an diesem schönen Sonntag morgen mit einem jüngeren
und somit unter anderem auch fitness-technisch auf einer höheren Stufe
anzusiedelnden Team zu tun. Bruno fühlte sich in dieser Umgebung
offensichtlich so wohl, dass er das Spiel seines Lebens zeigte, während
Jumbos Hechtrollen im Schusskreis (die Schlussphase dieser Einlage wird übrigens
unter Experten "die Schildkröte" genannt, wieso, kann sich
jeder selber ausdenken) nicht mehr ganz die Wirkung von gestern zu
entfalten vermochten. Das Spiel war ausgeglichen, das Ergebnis nicht ganz:
1:2. Balsam für die geschundenen Körper und Seelen brachte anschliessend
der Besuch im Club-eigenen Pub. Der Präsident des Vereins hat diesen
netten Ort übrigens gekauft und danach als Club-Lokal zur Verfügung
gestellt, eine Idee, die zur Nachahmung nur empfohlen werden kann.
So
fand eine weitere FH-Reise ihren gelungenen Abschluss, besonders zu erwähnen
gibt es eigentlich nur noch
-
die Freude von Fedor, als er feststellte, dass
in seinem Einzelzimmer mit zwei
Betten schliesslich drei Personen quer verteilt übernachteten
- Rolis
Geburtstag am Sonntag, der natürlich auch trotz hartnäckiger
Nicht-Beachtung durch den Protagonisten an den Tag kam
- und
last but certainly not least: die hervorragende Organisation durch das
lokale
Organisationskomitee, bestehend aus Coen und Keith.
Herzlichen Dank an Euch beide!
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