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Reisebericht
Hongkong, China
04.04.2004
– 12.04.2004
Mein
Sitz wackelt ein wenig. Flug Swiss LX 139 befindet sich bereits auf dem
Weg zurück von Hongkong nach Zürich. Ein leichter Schleier von Wolken
umgibt den Airbus und mich. Wir beide kämpfen, er mit dem Wind und ich
mit meinen Erinnerungen.
„There they are! Hoppääääärs,
you are in big trouble, you gotta come out here, immediately”, dröhnt
mich eine Stimme an. Vor
mir sehe ich ein in Rot gewandetes massives weibliches Geschöpf mit
Osterhasenohren und einem T-Shirtaufdruck der „perfect“ signalisiert.
Im Gegenlicht erkenne ich Ihre unverkennbare Ähnlichkeit mit der
Silhouette des von Ihr mitgeführten rosa Pimms-Bechers. Nein, wir sind
nicht in einem dieser bekannten Lokale in Wan Chei, und, nein, wir sind
nicht „in big trouble“. Das allseits bekannte Ende des Hongkong
Football Club Easter 9’s Hockeyturniers naht in Form dieser, durch die
Glasfront des uns schützenden Clubhauses durchbrochenen britischen
Antwort auf Wagners Walküre, die uns zu einem Ritt einlädt, der Trinken
bedeutet.
Tätärätätäää.
Weg mit dem Schleier.
04.04.04.
Ich (Jumbo) begebe mich an diesem denkwürdigen Tag, an dem ca. 2
Millionen Paare in Europa heiraten, auf die Hongkong-Reise mit den Flying
Hoppers.
Ziel
der Reise ist die Förderung des inter-personellen kulturellen und
sportlichen Austauschs, also Gaumenfreuden in Form von Speis und Trank,
„Leben“ und „Erleben“ in allen denkbaren Facetten und natürlich
die Ausübung unseres geliebten Sports.
Für
die einfacheren Gemüter unter den Lesern dieser Zeilen sei an dieser
Stelle angemerkt, es handelt sich um das, was auf jeder Hockeyreise
passiert: Fressen, Saufen, Party und „Daddeln unter Schmerzen“.
Und
diese „schönen Schmerzen“ beginnen für uns (Coen, Marion, Irena,
Willy, Patrick, Stef, Reinhard, Jumbo) am 05.04.2004 bei der Ankunft in
Hongkong um 16:30 Uhr Ortszeit.
Der
Candyman ist da! Unser lieber Freund, Hockeykamerad und Local Hero Walter
(der aus irgendeinem unerfindlichen Grund immer „WASABI“ ruft) empfängt
uns, treibt uns in den Bus und chauffiert uns direkt in den „CRLD“,
den „Central Red Light District“, in dem unser Hotel „The Wharney“
liegt.
Alle
sind begeistert (und das meine ich wirklich Ernst!), eine Super Wahl,
besser gehts nicht. 25 Honkys mit dem Taxi zum Club, 1.500 Honkys zum
abendlichen Glückspiel und 3.000 Honkys ins Nirvana.
Dennoch
siegt an diesem 1. Abend der Jetlag und das chinesische Essen. L
Am
06.04.2004 beginnt unser Sightseeing-Programm mit dem Besuch des Peak, von
dem aus man einen atemberaubenden Blick auf Hongkong hat, wenn es nicht
gerade „dizzy“ (diesig) ist und man nur seinen Vorderman auf der
Rolltreppe erkennen kann.
Aufgrund der eingeschränkten Sichtverhältnisse beschliessen wir dann
nach Aberdeen zu fahren. Dort zeichnet sich Willy als unerbittlicher
Verhandlungspartner gegenüber den Sam Pan Sea Tours Chefverkäufern aus
und erreicht nach ca. 30 minütigen intensiven Verhandlungen eine
Reduktion des Preises um sage und schreibe 0, in Worten Null, Honkys.
Stef
und ich beschliessen daraufhin den Besuch von Lindt & Sprüngli Asia
Pacific Ltd., wo wir mit Walter ca. 2 Stunden Kaffee (oder so was ähnliches,
3 Sorten Pulver und gekochtes Wasser) trinken und in die Geheimnisse des (Nacht)lebens
in Wan Chei eingeweiht werden. „Cooli
Puppen, WASABI!”
Der
Abend wirds zeigen. Retus stößt zu uns und wir testen ein paar Bars und
sind begeistert. Cooli Puppen zu heissen Preisen gibt es genug
(interessieren uns jedoch nicht, ehrlich! J),
doch auch die Drinks sind prima und so ergeben sich die ersten Schmerzen,
WASABI.
07.04.2004,
Ausflug nach Kowloon, die Fähre nach Macau haben wir knapp verpasst. Der
Shoppingwahnsinn auf chinesisch beginnt. Retus und Coen versuchen je eine
Kamera zu kaufen, handeln den Chinesen super runter, bis der aufgibt und
anschliessend ein noch teureres Modell zum ausgehandelten Preis anbietet.
Als beide auf den zuerst verhandelten Kameras beharren (weil sie ja
eigentlich diese wollten), gibt der Chinese zu, das er diese Kameras gar
nicht hat. Ein echter Zocker der Junge! Na ja, man kann nicht immer
gewinnen. Eine schmerzliche Erfahrung, die uns auch noch begegnen wird.
Endergebnis:
Barbesuch bei „Joe Bannanas“ (der Laden heisst wirklich so oder so ähnlich:
Joes Banana). Schmerzen, WASABI.
08.04.2004,
Ausflug nach Macau, Besuch des Forts und der Ruine der St. Pauls Kirche.
Anschliessend Essen bei Fernando, dirkt am Meer. Ein Tipp von einigen Ex
Pats, die wohl kein chinesisches Essen mehr sehen können. Es gibt Huhn
mit Pommes, WASABI.
Eintreffen
der letzten Hoppers (Vladina, Marcel, Sasch und Keith aus Zürich, Pat aus
New York, Roli und Thomas aus Singapore).
Abends
Barbesuch in Lang Kwei Fong, „La Dolce Vita“ und weiteres Ansammeln
von ... WASABI.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, das diese Nacht, die Nacht der Nächte
war. Die Vereinigung der Hoppers, alle mit unterschiedlichen Flügen aus
unterschiedlichen Richtungen an einem Ort angekommen, schlug in wilde
Wiedersehensfreude um und endete in einem gigantischen Besäufnis aller.
Das Wort G&T (bis dato sicher unbekannt!) wurde geboren und mehrere
Lokale leer getrunken. Der häufige Ortswechsel vernebelte dann
anscheinend allen etwas die Sinne, so dass ich an dieser Stelle auch auf
Erinnerungslücken des Autors hinweisen muss und in diesem Sinne nur noch
eins tun kann ... WASABI.
09.04.2004.
Der 1. Tag des Hockeyturniers. Ich verzichte an dieser Stelle auf die
dezidierte Darlegung aller Ergebnisse und notiere für FH A und FH B NÜCHTERN,
1 Sieg, 5 Niederlagen, SCHEISSE.
Am
Abend BBQ am Pool des Clubhauses, allgemeines „Murren“ über die
Kondition (des Trinkens?) und „Masseneinsicht“ (Psychose?)
hinsichtlich der Verweigerung der Alkoholaufnahme. Ich kenne mich selbst
nicht mehr.
Ergebnis
am 2. Tag (10.04.2004) des Hockeyturniers. Es geht doch, 4 Siege, 2
Niederlagen. Ich kenne mich wieder (log er)! Abends Einladung zum
Turnier-Dinner, das allerdings eher einer Karnevalsveranstaltung im
Altersheim gleichkam, insbesondere die überaus lustige (British Humour???)
Bestrafung des gesamten Teams für „The most overdressed team of the
tournament“, bei dem man tatsächlich nach mehrfachen Kopfbewegungen
einen kleinen Cointreau zu sich nehmen musste. Mir persönlich hat das
echt weh getan. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob da evtl. auch die
7 Liter G&T, 20 Bier und 15 Smirnoff After Sun zwischen 23:00 Uhr und
04:00 Uhr in Wan Chei beigetragen haben. Auf jeden Fall haben sie es uns
ordentlich gegeben (und glauben es wahrscheinlich immer noch). WASABI?
Am
letzten Tag des Turniers stelle ich 1 Sieg und
2 Niederlagen fest und weigere mich die Namen der siegreichen Teams
zu nennen, ... zum Selbstschutz (Wer will schon gerne gegen „Roosters“
oder „Mini Me’s“ verlieren?).
Zum
Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, das ich der Fairness halber
Willy von allen Alkohol-Eskapaden ausnehmen muss, er war sicher der
zivilisierteste unter uns.
Danken
möchte ich entgegen vielleicht aufkeimenden Anflügen von Ironie (das
kommt von meinem Erzählstil), das Walter ein Top-Gastgeber war und wir
uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für seine Gastfreundschaft
bedanken möchten und uns schon jetzt auf weitere Wiedersehen freuen.
Letztlich
möchte ich noch allen meinen Mannschaftskameraden für die wirklich schöne
Zeit danken und zum Schluss mir selbst, für meinen unerschütterlichen
Glauben an mich selbst, das ich diesen Reisebericht vor der Ankunft in Zürich
fertig stellen werde.
WASABI
Ich freue mich auf das nächste Mal.
Euer
Jum Kwai Bo
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