Flying
Hoppers go South26. März 1999 bis 10. April 1999
Der grosse
Teil der Reisegruppe findet sich nach und nach im Flughafen Kloten Terminal A ein. Was da
nicht alles mitgenommen werden soll. Überdimensionale Sporttaschen, Sportgeräte.....und
dann kommt doch Peter mit einem Paar Telemarkskis, trotz der eindringlichen Bitte von
Marcel, das Snowboard doch Zuhause zu lassen! (Was diese in Südafrika zu suchen hatten
wurde nie geklärt, aber sie wurden später während der Reise in Kapstadt an den
Empfänger weitergereicht...) Freudig konnten wir auch Martin und Simone begrüssen, die
aus Los Angeles kommend bereits einige Flugstunden hinter sich hatten. Die mehr oder
weniger unter sich bekannten Flying Hoppers nutzten die Zeit nach dem Einchecken mit dem
Kaufen fehlender oder notwendiger Utensilien. Die ersten Prosits auf die kommende Reise
waren auch schon durch die Abflughalle zu hören. Der nicht kurze Flug soll ja auch
vorbereitet sein..... Unser Flug führte uns mit einer Zwischenlandung in Johannesburg
direkt nach Kapstadt. War es Vorhersehung der Swissair oder doch Zufall, dass die Gruppe
nicht so nahe beisammen sass? Auf jeden Fall konnte so verhindert werden, dass die Flight
Attendants die ganze Nacht beschäftigt waren und sich die übrigen Fluggäste an einem
allzu lauten Einstimmen auf unsere Reise gestört hätten.
Cape Town
Cape Town =
Klimawechsel! Sofort wurden die ersten Shorts angezogen. Wo bleibt nur das Flugzeug aus
Hong Kong? Wir entschlossen uns mit dem Bus abzufahren. Noch nicht die erste Strasse
erreicht, sehen wir Walter und Jennifer ihr Gepäck Richtung Taxi schieben. Halt - Türe
öffnen und die beiden "Asiaten" mit lautstarkem Hallo willkommen heissen. Auch
so kann man sich in der Fremde treffen. Heiko, unser Guide für die nächsten Tage bis
Port Elizabeth, heisst uns in Südafrika herzlich willkommen und führt uns zur ersten
Sehenswürdigkeit in Kapstadt - dem Tafelberg. Das erste mal sahen wir uns mit Schweizer
Gegebenheiten konfrontiert. Die Luftseilbahn auf den "Table Mountain" ist eine
Kopie der Rotair, wie sie viele von uns von einer Fahrt auf den Titlis her kannten. Auch
mit dem Handling der Tickets hatten wir kaum Probleme, waren es doch die gleichen wie wir
sie von den Skipässen her kannten, "SKIDATA" eben. Die Reisemüdigkeit war ab
der berauschenden Rundsicht vom "Table Mountain" sofort vergessen und auch das
erste Südafrikanische Bier rann bereits genüsslich durch die Kehlen. Nicht nur die
Aussicht auf Cape Town, Robben Island (wo Nelson Mandela gefangen gehalten wurde) und das
Hinterland beeindruckte uns, auch die Zahmheit der "Clipdassies" (sehen fast so
aus wie übergrosse Ratten) und die ebenso grosse Sonnenbrille von Bruno waren toll! Er
scheint dem Modetrend wieder um Monate voraus zu sein...
Von den ersten Strapazen konnten wir uns im Hotel "Holiday Inn Waterfront"
erholen. Es soll ja so sein, dass einige von der Waterfront nur gerade das Hotel gesehen
haben. Aber die Annehmlichkeiten des Hotels und der knappe Zeitplan liess halt nicht alles
Wünschenswerte zu. Das Wasser im Pool soll nicht nur Sacha zu kalt gewesen sein, seine
Äusserungen hielt manchen davon ab, sich auf diese Weise zu erfrischen. Das erste Spiel
auf unserer Tournee spielten wir bereits an diesem Samstagabend. Zum ersten mal war auch
die ganze Gruppe komplett, Roland war bereits etwas früher aus Singapore im Hotel
eingetroffen. Im "Olympic Stadion" trafen wir auf den "Central Hockey
Club". Ein kräftiger Wind wehte durch das Stadion, was für die Zuschauer leider
eine merkliche Abkühlung brachte, die Spieler anderseits nicht gerade überhitzen liess.
Diese junge Mannschaft nutzte unsere Müdigkeit und Unerfahrenheit im ersten Spiel auf der
südlichen Erdhalbkugel (der Ball soll ja verkehrt herum rollen) schonungslos aus. Trotz
einer 1:0 Führung, die Toni für uns erzielte verloren wir mit 1:8 (1:3). An unserer
Feststimmung bei der anschliessenden Party konnte die Niederlage allerdings nichts
anhaben. Erstmals wurden wir so mit der südafrikanischen Gastfreundschaft konfrontiert.
Das Klubhaus öffnete erst mit unserer Ankunft, ein "Braay" ist kein Brei,
sondern ein BBQ, die Wartezeit auf das Essen überbrückten wir gezwungenermassen mit
Bier! Die Appetizer waren für uns zum Teil ungewohnt, schmeckten aber sehr gut! Je
länger der Abend dauerte, desto ausgelassener wurde die Stimmung. Hätte nur noch
gefehlt, dass ein Flying Hopper an der Tombola die Magnumflasche Whiskey gewinnt....
Nach einer für alle zu kurzen Nacht trafen wir uns für den Ausflug ins Weingebiet der
Kapregion, die Wineroute. Die Köpfe waren schwer, die Augen zum Teil sehr klein.
"Pain is temporary, pride forever" - die treffende Aussage von Retus, die uns an
den vorangehenden Abend erinnerte. Die Fahrt führte uns nach Stellenbosch zu einer
Weindegustation. Toni stellte uns Weinbanausen mit seiner Spuckdemo alle in den Schatten.
Auf dem Weingut fand an diesem Tag gerade die Weintaufe für den vor einem Monat
gepressten Wein statt. Der Österreicher, der das Weingut führt, amüsierte uns ebenso
sehr wie der Schweizer Jodelchor, der die Feier musikalisch untermalte. Da Reisen wir also
tatsächlich über 12'000 km in die Ferne um unsere geliebten Jodelklänge einmal live zu
erleben....
In Chamonix (aber nicht in Frankreich) genossen wir bei heissem Wetter, dafür an
idyllischem Plätzchen, das Mittagessen. Die Weiterfahrt führte uns durch weitere Wein-
und landwirtschaftliche Plantagen. Auch Waldbrände konnten wir beobachten. Heiko
erzählte uns, dass dies für diese Gegend eigentlich nicht abnormal sei, die Gefahr einer
unkontrollierten Ausbreitung aber immer vorhanden sei. Am frühen Nachmittag dann war
bereits unser zweites Spiel auf dem Programm. Nicht mehr in einem so modernem Stadion,
sondern auf sehr gepflegtem Naturrasen empfing uns der "Van der Stell Hockey
Club". Infolge Ferien konnte dieses Team nicht in Bestbesetzung gegen uns antreten.
Wir gewannen dieses unterhaltsame Spiel mit 4:3 (1:0). Unübersehbar am Spielfeldrand war
nicht nur unser Arzt und Coach Bruno, auch sein gelber Medizinkoffer (Marke Samsonite),
der jeden Reisekoffer in den Schatten stellt, wäre für einen allfälligen Einsatz (inkl.
Gipsbinden) jederzeit bereitgestanden. Wie nur transportierte Bruno seine übrigen
Reiseutensilien? Der angekündigte "Fish-Bray" übertraf unsere Erwartungen
vollauf. 4 Stunden Vorbereitungszeit waren für uns doch eher ungewöhnlich! Die
Zubereitung der selbstgefangenen Fischschnecken (mehr als 4 Stück sind verboten)
verblüffte dagegen einige von uns. Das Warten schlussendlich hat sich gelohnt, das
Nachtessen hat allen vorzüglich geschmeckt. Unsere Abreise allerdings war dann doch ein
bisschen überstürzt, erst im nachhinein erfuhren wir, dass auch noch ein Dessert
bereitgestanden wäre. Zu bereits vorgerückter Stunde trafen wir wieder in Kapstadt ein.
Wo, was, ob überhaupt und wer mit wem im Ausgang war, das waren die Spekulationen des
nächsten Tages.
Kein Besuch von Cape Town ohne Kap der guten Hoffnung! Als sagenumwobener Schnittpunkt
zweier Ozeane und Naturschutzgebiet ist es wirklich ein Ausflug wert. Auf der Fahrt über
atemberaubende Passtrassen erzählte uns Heiko viel über Bautätigkeit und Bausünden in
Cape Town. Für uns tönt manches Objekt als erschwinglich, doch das Einkommen ist den
Preisen entsprechend auch tiefer. Auf einer kurzen Bootsfahrt konnten wir eine Robbeninsel
besichtigen. Nicht nur Fischreste, die Lieblingsspeise der Robben, konnten wir im Wasser
sehen, es roch auch dementsprechend recht dominant danach! Eindrücklich war es aber
trotzdem, die Schwimmkünste und den Wackelgang dieser Tiere zu beobachten. Die raue See,
die vom Kap aus zu beobachten ist, der fliegende Holländer und all die anderen
Seefahrtsgeschichten waren beeindruckend. Von der List der Paviane konnten Marion und
Marcel erzählen, oder war der Hamburger ungeniessbar? Auf alle Fälle sollte man in deren
Anwesenheit nichts aus den Augen lassen...
Auf der Rückfahrt liessen wir uns dann von der Tatsache überraschen, dass Pinguine auch
in Südafrika leben! Im botanischen Garten überwältigte uns schliesslich die
Schönheit und Vielfältigkeit der Flora. Wie üblich mit kleiner Verspätung trafen wir
zum Nachtessen im Restaurant "La Med" ein. Den Sonnenuntergang konnten wir
leider deshalb nur vom Taxi aus sehen. Nicht nur bei "Brays" scheint eine
gewisse Wartezeit üblich zu sein, auch dieses Restaurant glänzte in dieser Hinsicht.
"All you can eat" wird dadurch wohl kompensiert - aber wo bleiben nur die
bestellten Muscheln? Hat etwa Roland alle gegessen? Oder sind sie wirklich als Dessert
bestellt? Die Rückfahrt artete dann zu einem Taxirennen aus, bei dem sich nicht alle so
wohl gefühlt haben dürften. Heil im Hotel angekommen konnte der Abend ja noch nicht zu
Ende sein. Oliver führte uns dann in eine ihm altbekannte Disco, die für unsere Ohren
aber doch ein bisschen zu laut war. Aber immerhin galt es Oli zu verabschieden, der am
nächsten Tag leider schon die Rückreise in die Schweiz antreten musste um rechtzeitig im
Nationalmannschafts-Camp zu erscheinen.
Busreise Cape Town - Port
Elizabeth
Die nächsten
drei Tage sollen uns die Landschaft im südlichen Südafrika näher bringen. Im Bus fahren
wir ins Landesinnere über Stanford, Swellendam, den Tradouw Pass, via Ladismith zu
unserem ersten Etappenziel nach Oudtshoorn. Die lange Busfahrt können trotz den witzigen,
interessanten aber auch abscheulichen Geschichten von Heiko nicht alle voll geniessen, die
Augen werden einfach zu schwer nach den langen Tagen in Cape Town. Ebenso bildete sich
eine hartnäckige Jassgemeinschaft, die ihren Jassmarathon erst in Johannesburg beendete.
Wirkliche Wildtiere sind seit über 100 Jahren in diesen Gebieten leider nicht mehr zu
sehen, aber virtuelle zogen andauernd vor unseren Fenstern vorbei - vorwiegend Elefanten,
da ihnen das grösste Bild im Reiseführer zugestanden wurde. Angekommen in Oudtshoorn
konnten wir erfreut feststellen, dass dort ein alljährliches Festival stattfand und so in
diesem Städtchen zufällig an diesem Tag (d.h. in der Nacht) doch etwas los war. Langsam
merkten wir auch, dass es in Südafrika nicht so einfach wie auf unserer letzten Reise
durch Asien ist, Geld loszuwerden. Wie soll man auch, wenn praktisch alles 3-4 mal weniger
kostet als bei uns? So kam auf dieser Reise Retus um seinen Job als Bankier. Abfahrt am
Morgen war jeweils dann, wenn auch Bruno (diese Nacht mit Marion.....) im Bus erschien.
Die erste Attraktivität dieses Tages sollten die Tropfsteinhöhlen von "Cango
Caves" sein. Retus, der diese Höhlen bereits einmal besucht hatte, erteilte letzte
Ratschläge für den bevorstehenden Trip: Entscheidender Punkt - werdet ihr alle sehen -
weisse Hosen - ja nicht! Bäuche und Übergewicht nach Möglichkeit vor dem Besuch
abtragen. Platzangst - ungeeignete Voraussetzung. Übrige Touris - die sind eh am
Anschlag. Heiko also wollte für uns nur die "Standart Tour" buchen. Nach
heftiger Intervention konnten wir ihn überzeugen, dass nur "Adventure" zählt
und sogar er dies zum erstenmal mitmachen will. In der Höhle, die mit Schönheiten
wirklich nicht geizt, verbreitet Sacha mit dem Pfeifen von "Spiel mir das Lied vom
Tod" (oder "drei glorreiche Halunken") die entsprechende Atmosphäre.
Schade nur, dass in früheren Jahren viele der Tropfsteine zerstört wurden. Ob wir
wirklich nicht auf Brunos gelben med. Koffer angewiesen sind? Wann endlich kommt
"Der entscheidende Punkt"? Nun, auch Reinhard schaffte schliesslich den
"Tunnel of Love" und das "Kamin". Triefend nass (Luftfeuchtigkeit fast
100%) und um ein tolles Erlebnis reicher verliessen wir die Höhle.
Nach kurzem Besuch einer Krokodilfarm fuhren wir weiter zu einer Straussenfarm. Strausse
sind die Haupteinnahmequelle in diesem Gebiet und somit eben auch ein obligatorischer
Besuch. Ilse, unser Guide auf der Farm, lenkte uns eher durch ihr Aussehen statt ihrer
Erzählungen ab. Auch ein Strauss war von ihr so irritiert, dass er ihr gleich die Bluse
aufknöpfen wollte! Beeindruckend, was für Eier diese Fiecher legen und wie stabil sie
sind. Mieko hatte unbegründet grösste Bedenken, dass ein Ei ihr Gewicht nicht tragen
könnte. Und Toni erntete tosenden Applaus bei seinem Ritt auf einem Vogel durch das
Gehege. Es soll sich auf wie einer Harley hocken lassen. Die Weiterfahrt führte uns nach
Wilderness, wo wir uns im erfrischenden Meer noch vergnügen konnten.
Nicht Bruno, aber wieder Marion (diesmal mit Betrand) liessen am nächsten Morgen auf sich
warten. Über die "Garden Route", durch den "Tsitsikamma-Wald" wo der
mächtige "Big Tree" (ein Yellowwood-Baum) steht führt uns der Weg noch Port
Elizabeth. Die Zeit drängt und so ist ein Bungee-Jump von einer 220 Meter hohen Brücke
leider nicht möglich. Irgendein verrückter Flying Hopper hätte es bestimmt versucht.
Auf dem Flughafen angekommen mussten wir dann feststellen, dass unser Flug nach Durban 6
Stunden Verspätung hat. Was machen? Die Gelegenheit, die Südafrikanischen
Jassmeisterschaften im Schieber auszutragen! Mit Blick auf das Flugfeld wo sich typisch
südafrikanische Szenen abspielten (Passagiere ins Flugzeug reinlassen um sie wieder
aussteigen zu lassen, Kofferinhalte werden auf dem Rollfeld verteilt, sogar Brunos gelber
Koffer wurde zu einem Flugzeug umgebaut) gewannen diese Meisterschaften Peter und Marion.
In Durban angekommen, empfing uns ein neuer Reiseleiter, ein ausgewanderter Schweizer. Was
er auf der Fahrt nach Pietermaritzburg erzählte, haute uns fast aus den Socken. Sogar das
Obligatorische könne man in Durban schiessen. Das hat uns aber interessiert!
Osterhockeyturnier in Pietermaritzburg - Durban
In was für
eine Provinzstadt hat es uns hier verschlagen? Ein Strassenzug, der auch für Weisse
gefahrlos begehbar sein soll, ein Hotel, seit 20 Jahren keine neue Farbe gesehen - nun,
wir sind ja hier um Hockey zu spielen. Am Freitag um 14:00 hatten wir unser erstes Spiel.
Die Clubanlage des "Pietermaritzburg Collegians" konnte uns auf den ersten Blick
durchaus gefallen. Bei grosser Hitze gewannen wir gegen die "Crusaders" mit 4:1.
Nicht allzu überraschend, hatte doch der Gegner schon tüchtig Bier konsumiert. Unser
einziges Spiel an diesem Freitag. Marion wurde bereits an die Damenmannschaft von
Pietermaritzburg ausgeliehen. Am diesem ersten Abend wurden uns die rauen Gewohnheiten an
der Turnierfete bereits eindrücklich vorgeführt. Biertrinken durch einen Schlauch, da
konnten wir ja noch mithalten, beim umherwerfen mit den Nüssli und Apérogebäck hielten
wir uns dann aber vornehmlich zurück. Uns hielt es nicht lange. Nach einem gesitteten
Nachtessen liessen wir uns per Taxi ins Nachtleben führen. Betrand hat heute zum
erstenmal Geburtstag und ihm wird spontan ein "Long Island Ice Tea" offeriert.
Wohl etwas zu schnell führte unser Weg ins nächste Lokal... seine Nachwehen am nächsten
Tag wahren doch nicht zu übersehen, aber wie heisst es: "Pain is temporary, pride
forever"!
Am Samstag hatten wir weitere zwei Spiele. Gegen "Olympic" gewannen wir 4:1,
gegen "Pietermaritzburg Collegians" mit 4:0. Der Naturrasen wie auch der
Kunstrasen gefällt uns zum Spielen, mit den Gepflogenheiten der Gegner allerdings sind
wir nicht ganz so glücklich. Die Party am Abend artet schon früh zu einer
"Fressschlacht" aus, Zustände wie wir sie noch nie erlebt haben..... Wir ziehen
da ein gemütliches Nachtessen vor und feiern Betrands Geburtstag erneut.
Am Sonntag sollten wir bereits um 8:00 gegen die Mannschaft von "Technikon
Natal" spielen. Kein Gegner auf dem Platz, das Spielfeld mit Flaschen und Abfall
übersät - wir konnten uns für diesen Match nicht so richtig motivieren. Gegen einen
übernächtigten Gegner liefen wir auch prompt in zwei Konter. Nach einem 0:2 Rückstand
konnten wir das Spiel noch auf 2:2 ausgleichen. Das zweite Spiel gegen den stärksten und
auch ambitioniertesten (seriösesten) Gegner "Pietermaritzburg Varsity" verloren
wir mit 1:4. Eine wirklich gute und kämpferische Mannschaft. Das letzte Spiel gegen
"Durban Varsity" gewannen wir mit 4:1. Nach einer wirklich guten 1. Halbzeit
(4:0) waren wir alle von der Hitze gezeichnet und fast K.O. Das anschliessende Bier haben
wir uns redlich verdient.
Die Turnierrangliste wertete nicht nur die Spielergebnisse, auch der Bierkonsum und
Anreiseweg waren massgebend. Mit diesem Bonus konnten wir zusammen mit "Technikon
Natal" das Turnier auf dem ersten Platz beenden, eine etwas spezielle
Rangierregelung. Betrand als Geburtstagskind wird speziell geehrt! Nun, dieses Turnier war
sicher nicht einer der Reisehöhepunkte wie wir es uns erhofft haben, doch "no risk,
no fun", das Risiko hat sich halt für einmal nicht ausbezahlt. Wer konnte das schon
wissen?
Wir waren auf alle Fälle nicht unglücklich am Ostermontagmorgen, Pietermaritzburg mit
Ziel Durban zu verlassen. Durban, die Stadt der Inder in Südafrika. Leider war der
"Indish market" wegen Ostern geschlossen. Die Möglichkeit, sich mit Souvenirs
einzudecken bot sich allerdings bei einer Promenade am Meer entlang, an der sich auch
viele Marktstände aufgereiht haben. Ein Surfcontest liess einige sogar dazu ermuntern,
sich Selbst ein solches Brett zu mieten um den Ritt auf den Wellen zu wagen! Sich ohne
Brett von den Wellen treiben zu lassen war allerdings wesentlich einfacher und von
persönlichem Erfolg gekrönt. Ein indisches Nachtessen mit für uns nicht alltäglichen
Zutaten liess auch diesen Aufenthalt zu Ende gehen. Joghurt mit Gurken zu scharfem Gewürz
ist halt nicht jedermanns Sache.....
Pretoria
Wieder einmal
in aller Früh (06:30) besammelten sich die Flying Hoppers vor dem Hotel. Je länger die
Reise dauert, desto pünktlicher scheinen die Teilnehmer zu werden. Per Flugtransfer
gelangten wir nach Johannesburg und dann weiter per Bus nach Pretoria. Harald, unser Guide
für die restliche Zeit in Südafrika, geizte nicht mit Erzählungen über die
Kriminalität inJohannesburg. Wahrlich, für uns unvorstellbar. Die Absichten, festen
Wohnsitz in diesem schönen Land zu nehmen, schlug sich nun auch der letzte aus dem Kopf.
Pretoria, bisher die Hauptstadt während des Winterhalbjahres, hat einiges an Geschichte
zu bieten. Beeindrucken konnte uns vor allem das "Voortrekker-Monument", ein
Mahnmal der Buren an den grausamen Burenkrieg. Die Schilderungen der Schlachten liess es
uns kalt den Rücken runter laufen. Aber auch das Regierungsgebäude in seiner
architektonischen Vollkommenheit und das Wohnhaus von Paul Kruger haben unsere
geschichtlichen Kenntnisse von Südafrika erfrischt.
Am Abend spielten wir unser letztes Spiel auf dieser Reise gegen den "Pretoria
Technikon Hockey Club". Im schönsten Stadion auf dieser Reise gewannen wir dieses
Spiel mit 5:4. Manch einer von uns träumte von einer solch schönen Hockeyanlage! Was
Pretoria für den Ausgang als Hauptstadt zu bieten hat ist einfach gesagt nichts. So blieb
uns nichts anderes übrig, als den Barkeeper des Hotels bis zu seinem Feierabend zu
beschäftigen und anschliessend auch den Getränkeautomaten zu leeren, auf Betrands
Geburtstag stossen schliesslich alle gerne nochmals an.
Sun City
Eine
sportlich anstrengende Reise soll mit einem erholendem Abschluss beendet werden. Sun City,
das "Las Vegas von Südafrika" ist schon ein spezieller Ort! Mitten im
Landesinneren in der Steppe, weit und breit keine Zivilisation erhebt sich da eine
Retortenstadt mit allem erdenklichem Komfort aus dem Erdboden. Eigentlich auch ein
bisschen bedenklich, wie hier mit dem kostbarsten Gut von Afrika, dem Wasser, umgegangen
wird. Wasserspiele, Pools, 2 Golfplätze, ein subtropischer botanischer Garten mit
künstlichem See......ja, wer Geld hat, der hat auch Wasser. An Langeweile muss hier wohl
niemand leiden!
Unsere "Golfcracks" wollten sich gleich auf dem 18-Loch Parcours blamieren
(ausser unserem Geburtstagskind Betrand). Mit der Erkenntnis, dass es nicht ganz so
einfach ist, den kleinen Ball in die gewünschte Richtung zu schlagen, kehrten Sacha,
Stefan und Toni erschöpft ins Hotel zurück. Geld zu vermehren oder noch einfacher zu
vernichten ist in Sun City kein Problem. Alle möglichen Slot Machines und Grand Jeux
standen uns zu Verfügung. Meiner Kenntnis zufolge gelang es aber keinem, seine Ferien in
diesem Spielermekka nachträglich zu finanzieren, über Verluste schweigen wir ebenso.
Südafrika, das Land der "Big four" (Büffel, Elefant, Löwe, Tiger), ohneSafari
ist kein richtiger Südafrikabesuch. In Sun City kann man eben alles machen. Im eigenen
Nationalpark wurden auch diese Tiere ausgesetzt. So machten wir uns einmal mehr
frühmorgens aus den Federn. Eine Begegnung mit einer Elefantenherde beeindruckte uns
ausserordentlich und entschädigte vollumfänglich dafür, dass wir nicht gerade viele
Tiere sahen. Nicht nur uns imponierte die Kraft dieser Tiere, ein deutsches Pärchen, im
eigenen PW unterwegs, bangte noch einiges mehr, als eine Elefantenkuh weniger als 10 Meter
vor uns mächtig und lautstark trompetend ihre Besitzansprüche geltend machte! Einige von
uns sollen anschliessend sogar noch den Geruch der Angst aus dem PW gerochen haben.
Während unserem leider bereits schon letzten Nachtessen in Südafrika liessen wir all die
Erinnerungen der vergangenen zwei Wochen nochmals Revue passieren. Einmal mehr konnten wir
auf Betrands Geburtstag anstossen und endlich hat es auch geklappt, dass er auf Kosten des
Hauses ein Stück Geburtstagstorte erhielt. Die letzte Möglichkeit um das zu viel
mitgenommene Feriengeld zu verbrauchen wurde ebenso genutzt wie am kommenden Morgen doch
noch etwas Südafrikanische Hautbräune zu erhalten.
Back in Zurich
Schon 9.
April 1999? Darf doch nicht Wahrsein! Eine weitere Flying Hoppers Tour neigt sich dem Ende
entgegen - leider! So viele Erlebnisse, Eindrücke und Geschichten, die wir erlebt haben,
haben kaum Platz in unserem Reisegepäck. Etwas melancholisch nehmen wir Abschied
voneinander, die ersten noch in Südafrika, der grosse Rest erst in Zürich, und verstreut
sich wieder über den ganzen Erdball. Flying Hoppers eben.
Im Namen aller Teilnehmer möchte ich für die super Organisation der Reise, der Finanzen,
der Hockeyspiele und allen spontanen Einfällen den verantwortlichen herzlich Danken. See
you on next Tour!
Peter Marbach |