Die
Flying Hoppers am Chliriethallenturnier in Oberglatt
Wer
das Gefühl hat es gäbe nicht viel zu erzählen an so einem schweizer
Hallenturnier der irrt sich gewaltig. Und wieder haben sich an diesen drei
Tagen Storys ereignet, von denen wir uns noch Jahre später an irgendeiner
Reise am anderen Ende der Welt erzählen werden.
Da
gibt’s mal von unserem Neohopper Andy Gasser zu erzählen, der seine
ersten Spiele für die Flying Hoppers bestritt. Oioioi, war der Andy nervös
bei seinem Debüt, alles hat er getroffen nur das (auch leere) Tor nicht.
Jedoch konnte er sich von Spiel zu Spiel mächtig steigern bis er die
Gegnerschaft so richtig schwindlig spielte. Nach längerer Hockeyabsenz
zeigte uns in seiner alt bekannten Staubsauger-Manier Thomy Leuenberger was
es heisst das Brett zu legen, ein durchkommen schien fast ein Ding der Unmöglichkeit.
Der erst 16-jährige Raphael Fuchs kam nach Absage von Altmeistergoalie Max
Simmen zu seinem ersten Gasteinsatz. Trotz seiner Jugendlichkeit parierte er
die Torschüsse bravourös und spielte in allen Spielen sehr solide. Das wir
das eine oder andere Tor erhielten lag nicht am Jungkeeper, sondern eher
daran, dass nicht gleich jeder Vorhandzieher klappte oder der tödliche Pass
nicht immer den Mitspieler sondern unser Gegner fand. So liessen wir Raphi
manchmal Mutterseelen alleine seinem Schicksal gegenüber. Ein weiterer
Prominenter sorgte am Freitag für sein erstes Gastspiel bei den Hoppers,
Song Moo Lüscher liess seine Klasse wieder mal aufblitzen. Wer weiss,
vielleicht werden wir ihn öfters in blau-weiss sehen...
Eine
weitere, eher unrühmlich zu erwähnende Geschichte wäre da die
verschossenen Penaltys. Sämtliche Siebenmeter fanden leider den Weg ins Tor
nicht. Nicht einmal der sonst so sichere Doktor-Schurtische-Backhand-Schlenz
von Bruno, sein Strafstoss flog meilenweit übers Tor! Da müssen wir noch
etwas daran feilen und mal ein Sondertraining absolvieren, gäll Stef?
Viel
ruhmreicher war die Bewertung des Publikums, der Hockeyfanatiker und aller
Fachpersonen, die unser Spiel als das attraktivste und technisch schönste
Hallenhockey des Turniers befand. Es lebe das Altmeister Hockey. Viel dazu
beigetragen hat da wieder mal Stef mit seinem berühmt berüchtigtem
Vorhandzieher. Einmalig an diesem Turnier war, dass er diesen Trick manchmal
ohne Ball vorführte und nicht ganz so schnell wie auch schon, dafür konnte
jeder Zuschauer die Finten in angemessenem Tempo nachvollziehen.
Rausgeputzt
für den Turnierabend warteten wir bis um 20 Uhr auf das Nachtessen. Wir
vertrieben uns die Zeit mit Anekdoten und Geschichten von früher, die uns
so zum Lachen brachten bis wir Muskelkrämpfe in der Bauchgegend verspürten.
Ach so ja, zum Znacht gab es, wie kann es anders sein, ein traditionelles
‚Zürigschnätzlets’ mit Salat a discretion, fein wars!
Ein Ereignis für die FH-Annalen gibt's da natürlich vom Turnierabend zu
berichten. Ich kann's vorweg nehmen, die Hoppers hielten bis zum letzten
Takt durch und demonstrierten was es heisst: , Feste feiern wie sie fallen'.
Es dauerte nicht lange bis wir die Festbar, mit den netten und
gutaussehenden Bardamen fest in unserer Gewalt hatten. Where is Walter
Brogiolo? Ein alter Schulkumpel (auch Lover einer Barlady!) von Andy und
Bruno wurde gesucht und konnte sogar überredet werden um zwei Uhr morgens
direkt vom Kaufleuten an das Fest zu kommen. Er dankte es uns mit einer
‚Kaufleuten-Tanzeinlage’: mit leicht angewinkelten Armen und ein dezent
rundes schwingen mit den Hüften an Ort und Stelle, der Blick cool von links
nach rechts werfend und zwischendurch ein Schluck aus seinem Longdrinkglas
nehmend vermochte er uns jedoch das Wasser nicht reichen. Um Mitternacht
fand an der Bar die Wachtablösung durch eine Horde von nicht ganz so
erotischen Redsoxlern statt. Die Zeit war reif die Tanzbühne zu stürmen
und der restlichen Hockeywelt zu zeigen was abtanzen alla Hoppers heisst.
Als kurz darauf ‚down under’ von Men at Work (ein echter Klassiker) aus
den Boxen dröhnte konnte auch Andy niemand zurückhalten. Er erwies sich
als absoluter Tanzbär (eines Hoppers würdig!), der sich nicht einmal
scheute mit roten Stützpfeilern zu shaken. Bruno stand da nichts nach und
gab sein Bestes, selbstverständlich mit nacktem Oberkörper was die
Damenwelt sehr entzückte. Nach dieser Schoweinlage gilt Bruno nun definitiv
als Anwärter Nummer 1 für den edlen Club der ‚Ropongi Tigers'. Schon um
vier Uhr machte der DJ schlapp da sprang natürlich Bruno in die Presche und
verlängerte mit Aerosmith-songs den Morgen um weitere Stunden. Der
krönende Abschluss machte dann Frank ‚Frankieboy’ Sinatra. Zu seinem
Sound liess es sich wunderbar mit den letzten Festmohikaner über Gott und
die Welt philosophieren. Um sechs Uhr morgens (glaube ich) plumpsten wir auf
die Turnmatten und schliefen bis die ersten Schiripfiffe uns wieder weckten.
Drei Siege und eine Niederlage bedeutete der zweite Gruppenrang und somit
spielten wir um den dritten Platz. Dieses Spiel gewannen wir souverän 3:0.
Leider kann ich zu diesem glorreichen Sieg nicht viel schreiben. Als die
Tore fielen lag ich etwas belämmert zwischen zwei netten Samariterinnen im
Sanitätszimmer und lies mir von ihnen meine, seit diesem Tag etwas krumme
Nase streicheln....
Auch
am Sonntagabend gaben wir uns von der besten Seite. So halfen Bruno und ich
noch die letzten Sandwichs zu entsorgen und der letzte Kasten Bier zu leeren.
Wir liessen uns noch auf spannende Diskussionen mit den letzten
Redsoxlerinnen und Redsoxler ein, ganz nach dem Motto: je später der Abend
desto wiefer die Zunge, oder so ähnlich. Zum Schluss erfuhren wir noch die
ganze Lebensgeschichte von Hugo (65), der Hallenabwart bis er uns aus der
Halle begleitete und die Tür hinter uns zuschloss.
Für Hockeyinteressierte
Gruppenspiele:
FH – FT Freiburg (D)
1 : 0
FH – Schwerin (D)
1 : 4
FH – Turnierauswahl (D/CH)
3 : 2
FH – Nürnberg (D)
3 : 2
Rangierungsspiel um 3. Platz
FH – Homburg (D)
3 : 0
Vielen Dank an die unermüdlichen
Organisatoren/innen und Helfer/innen des Turniers wir haben es in vollen Zügen
genossen. Wir sehen uns beim nächsten Turnier wieder...
So
long your ropongi tiger, Carlos |