Hong Kong „Duftender Hafen“

Published: Sunday, 12 April 2015 Written by Carlos Andermatt

Hong Kong, was so viel heisst wie "Duftender Hafen" war eine unvergessliche und äusserst erfolgreiche Reise ganz nach dem Geschmack der Flying Hoppers!

 

Eine erste kleine Späher-Truppe mit Natalja, Silvina und mir nahmen den weiten Weg, oder besser gesagt Flug, bereits am Sonntag in Angriff. Diese kleine, aber sehr dynamische, Reisetruppe hatte sich so einiges vorgenommen… folglich standen die ersten drei Tage ganz unter dem Motto, Hong Kong entdecken und erleben mit unserem "einheimischen Super-Guide" Walter Marthaler. So zeigte Walter uns die schönsten Orte, die leckersten Restaurants, den erlauchten Hockeyclub mitten in HK, belebte und originelle Einkaufsstrassen, kilometerlange Rolltreppenfahrten, jazzige Trendlokale und schicke Bars, die etwas in Vergessenheit geratene Insel Lamma, romantische Schiffs- und rüttelnde Tramfahrten, und vieles mehr. Wir sahen spielsüchtige Chinesen und Prunkcasinos auf Macau, assen selbst "gefangene" (oder besser gesagt ausgelesene) Fische und Krebse, auch ein sehr leckeres argentinisches Steak durfte nicht fehlen (El Caucho auf Macau, sehr zu empfehlen!), schlenderten gemütlich durch überfüllte Strassen, dabei quasselten wir über Gott und die Welt, genossen Walters Anekdoten über geschichtliche Ereignisse, zwangen uns in verschiedenste Klamotten und liessen den einen oder anderen Dollar in edlen Einkaufsbunker liegen. Und so manch Orte waren in meinen 170 seitigen Reiseführer gar nicht zu finden. Zufrieden stellten wir dann jeweils an den Abenden vor dem Einschlafen fest, wie unsere Backenmuskulatur etwas schmerzte und wir erinnerten uns, wieviel wir doch zusammen über alles Mögliche gelacht haben! Walter.... ganz herzlichen Dank im Namen des Vortrupps für diese unvergesslichen Momente! Wir haben dank dir Hongkong von einer ganz anderen Seite kennen gelernt.


Am vierten Tag reisten weitere Flying-Hoppers, mit Stefan, Patrick, Andi, Willy und Irena aus der Heimat nach und Sacha fand ebenfalls den Weg aus Sydney nach Hong Kong. Der erste gemeinsame Abend stand dann ganz unter dem Motto, die letzten drei Tage Revue passieren lassen, erste Spieltaktiken auszutüfteln und die besten Cafeterias in Town weiter zu empfehlen (und das war definitiv nicht Starbucks, gäll Stef) Dies und viele weitere Dialoge fanden natürlich in edler Atmosphäre am runden Tisch bei feinem Sichuan-Essen, begleitet von Tsing Tao-Bier und Chardonnay statt. Was haben wir gelacht am Tisch, so lange und so laut, dass alle anderen Gäste (und das waren nicht wenige…) sich ganz unbemerkt aus dem Staub machten und wir das Restaurant für uns alleine hatten.


Am fünften Tag war die Devise, Geist und Körper stärken für die prognostizierten Turnierstrapazen. So griff Walter in die psychologische Trickkiste und lud uns zu sich nach Hause ein. Bei traumhaften, malerischen Blick auf die Discovery-Bucht und unendliche Weiten des Meeres sowie mit Weitblick auf Hong Kong genossen wir auf der Terrasse ein Festmahl. Jennifer verköstigte uns mit kulinarischen Köstlichkeiten aus Asien und Walter verwöhnte uns laufend mit Zaubertränken, welche unsere Sinne zwar manchmal etwas trübten, jedoch uns zu psychologischer Kampfkraft verhelfen sollte. Das einzige was sich nicht entspannte war unsere Lachmuskulatur. Jennifer und Walter, nochmals ganz herzlichen Dank für eure wundervolle Gastfreundschaft, wir haben uns bei euch wie Zuhause gefühlt! Auch unser letzter Mohikaner, Toni, fand rechtzeitig zur Eröffnungsfeier auf der Clubterrasse, den Weg aus der Schweiz zu uns. Die elf tapferen „Fliegenden Heugümper“ waren nun vollständig vereint und bereit zu grossen Taten in der Millionenmetropole!


Perfekt vorbereitet stiegen wir nun in den ersten Turniertag. Motiviert bis in die Haarspitzen, schilderte uns Sacha die Erfolgstaktik und wie wir uns auf dem 6’s Kleinfeld zu bewegen hatten. Coach Walter hatte dann die grosse Herausforderung, immer zwei Lady's auf dem Spielfeld zu stellen. Mit seinem äusserst cleveren Schachzug, die einheimische Torhüterin Polly unseren Kasten hüten zu lassen, lag er goldrichtig. So konnten sich bei grosser Hitze und Luftfeuchtigkeit unsere Mädels auf dem Feld gegenseitig auswechseln und laufend die vollen PS auf den Boden bringen. Sie kämpften mit Leidenschaft und schossen ein Tor nach dem anderen. Silvina und Natalja, ihr wart unsere zwei grössten Trümpfe! Den Rest ist einfach erzählt, Toni, Stef, Säsch und Andi sorgten für viel Dampf und Gefahr in den vorderen Feldregionen. Willy, Patrick und ich hielten zusammen mit Polly hinten dicht. Vier Siege, ein Unentschieden und der erste Platz in unserer Achtergruppe nach dem ersten Tag waren das Resultat. Wohl verdient und zufrieden gingen wir in ein einfaches, traditionelles Chinarestaurant um unsere verbrauchte Energie wieder aufzutanken. Bei Smalltalk, Tanz und stimmgewaltiger Livemusik im altehrwürdigen „Joe Bananas“ (kennen einige sicher noch sehr gut aus der ersten und legendären Hoppersreise 1996!) liessen wir den erfolgreichen Tag entspannt ausklingen.


Mit geschwellter Brust vom Vortag stiegen wir in den zweiten Wettkamptag ein. An unserer erfolgreichen Taktik hielten wir selbstverständlich fest. Unsere Gegner wurden jedoch immer wie stärker, verbissener und giftiger. Aber ich kann’s vorwegnehmen, unsere kampferprobte und ausgeklügelte Taktik bewährte sich auch am Sonntag hervorragend. So erlebten wir weitere vier sehr erfolgreiche Spiele und kämpften uns bis in den Final. Dort erwartete uns eine Auswahlmannschaft aus Hongkong, mit jungen, dynamischen und sehr erfolgshungrigen Jungs und Mädels. Geschätztes Durchschnittsalter unserer Herausforderer (exklusive Walter) war mindestens halb so hoch wie unseres… Doch alle diese Tugenden halfen den Lokalmatadoren nicht, eine sehr lebenserfahrene, mit viel Herzblut kämpfende und nie aufgebende Hoppers-Mannschaft zu schlagen. Zwölf Minuten vor jubelnden Publikum und tollen Supportern (vielen Dank Irena, du warst mit Abstand die beste Supporterin!) im Rücken, hielten wir unser Gegner clever in Schach. Zudem hielt uns unsere Torfrau Polly mit einigen hervorragenden Paraden über die ganze Zeit im Rennen. Toni und Sacha brachten uns mit Traumtoren dann doch noch auf die verdiente Siegerstrasse. Diesen Vorsprung verwalteten wir dann mit sehr viel Erfahrung bis zu Schluss... und nach dem erlösenden Schlusspfiff hiess es WE ARE THE CHAMPIONS! Und so entführen wir den legendären HKFC-Cup in die Schweiz, welcher unterdessen ein ehrenhaften Platz in Patricks‘ Wohnung gefunden hat (Interessierte bitte zuerst bei Patrick einen Termin vereinbaren, Danke). Die folgende Siegerfeier kann ich nun nicht in Worte fassen! Auf jeden Fall war sie einmalig und mir standen die Tränen doch bei all dem Jubel immer wieder sehr nahe...


Unser letzten zwei Tage sind nun doch sehr schnell zusammengefasst…erholen, geniessen, schwelgen, nochmals erholen, lachen, Kaffee trinken, Power-Sightseeing, entspannen, shopping, letzte Dollars ausgeben, HK by night, wehmütig Koffer packen, einchecken… Und das letzte Highlight, im wahrsten Sinne des Wortes, war dann die letzten Drinks in luftiger Höhe im Ozone Sky Bar 118 Floor (ca. 450 Meter hoch) schlürfen und die unvergesslichen Tage in Hong Kong Revue passieren lassen…